Dauer: ca. 90 Min, keine Pause

Tickets: 15,- / 10,- (erm.)

Gespielt am:

Do 05.03.2026
Fr 06.03.2026
Sa 07.03.2026

Mit:
Jan Chmilewski, Martin Clausen, Delo, Bruno di Martino, Klara Domröse, Fabian Duckwitz, Ännie Engelhardt, Christopher Graham, Nora Sofie Smedbakken Hov, Ichi Go, Fabio Schmidt, Miquel Vock, Udo Wiegand

Konzept, Regie:
Karim Karel

Bühne:
Luzie Kork

Kostüm:
Ännie Engelhardt,Osamu Arai

Digitale Szenographie:
Yukihiro Ikutani

Choreographie:
Martin Clausen

Musik:
Ichi Go, Christopher Graham, Martin Clausen, Miquel Vock, Bruno di Martino, AXL OTL, Delo, Fantasque

Dramaturgie:
Órla Fiona Wittke

Text:
theatrum litfaßsäule



theatrum litfaßsäule

PLATONIC NECROPHILIA

Eine gebührende Beerdigungsfeier für einen Berliner Clubbesitzer


Der Clubbesitzer „Die Sonne von Mexiko“ ist gestorben und nun gilt es, ihn angemessen zu verabschieden. Dafür macht sein Umfeld von dem Recht Gebrauch, ihn bei sich zuhause im gleichnamigen Club für 36 Stunden aufzubahren. Wie es sich „Die Sonne von Mexiko“ gewünscht hat, wird diese lange Nacht ganz gewiss keine scheinheilig-trübsinnige Angelegenheit. Ein letztes Mal wird sein Leben noch in vollen Zügen zelebriert, bevor „Die Sonne“ dann in der Totenwelt aufwacht.
Angeregt von historischen sowie interkulturellen Praktiken und verbunden mit zeitgenössischen Umgangsweisen verschiedener Berliner Subkulturen entwirft PLATONIC NECROPHILIA eine Abschiednahme, die das Publikum dazu einlädt, darüber nachzudenken, was eigentlich ein angemessenes Verhältnis zum Tod ist.

Jan Chmilewski kommt ursprünglich aus Hamburg. Er hat insgesamt acht Jahre in verschiedenen europäischen Ländern gelebt und arbeitete dort u.a. mit ökologischer Landwirtschaft, als Koch und als Yogalehrer. Seit 2021 ist er Absolvent der Schauspielschule „Die Etage“ und Mitglied des freien Berliner Theaterkollektivs „Die Spalter“. Im selben Jahr gab er sein Debüt mit dem Solostück „The Flaneur – Der Welt beim Untergehen zusehen“ von Martin Jurk auf der Bühne der Brotfabrik. Weitere Rollen die er seit seinem Abschluss verkörperte sind u.a. die männliche Hauptrolle „George“ in „Wer hat Angst vor Virginia Woolf…?“ sowie „Caliban“ und „Gonzalo“ in William Shakespeares „The Tempest“ und „Mustafa Mond“ in Aldous Huxleys „Brave New World“. Aktuell spielt Jan in der Inszenierung „Android City“ von Dirk Steinmann.

Martin Clausen (*1973) ist seit 1998 in der Freien Szene in Berlin und außerhalb als Schauspieler, Performer, Regisseur Co-Regisseur, auch immer wieder in inklusiven Kontexten wie dem Theater Thikwa, aktiv. Er studierte Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität und machte eine Ausbildung zum Alexander-Technik-Lehrer. In seinen Arbeiten ist er immer wieder mit Künstler*innen aus dem Bereich Tanz in Kontakt gekommen wie der Choreografin Angela Schubot oder aktuell mit dem Choreografen Rafał Dziemidok. Als Dozent unterrichtet er u.a. an diversen Hochschulen für Theaterpädagogik und Performance. Mit Karim Karel arbeitete er bereits 2022 in „Rauschen“.

Michel Lorenz-de Laigue, der unter seinem Künstlernamen Delo auftritt, ist in Ploemeur in Frankreich geboren und in Hamburg aufgewachsen. Er studiert zurzeit Sozial- und Kulturanthropologie sowie Philosophie an der Freien Universität Berlin. Parallel dazu widmet er sich dem Musizieren: Er produziert eigene Songs und schreibt dafür Texte, die mal gerappt, mal gesungen werden; je nach Laune auf französischer oder deutscher Sprache. Für seine Kompositionen greift er neben dem Musikprogramm Ableton meist auf seine Gitarren (elektrisch und akustisch), aber auch auf seine Querflöte zurück. Beide Instrumente spielt er seit seiner Kindheit. Er durfte bereits die Musik zu "Rauschen", dem ersten von Karim Karel ins Leben gerufene Theaterprojekt, komponieren, und hat als Audio-und Videoproduzent an einem weiteren Theaterstück der freien Szene in Berlin mitgewirkt. Seine große Leidenschaft für Rap bringt Michel Lorenz-de Laigue auch mit Bildungsarbeit für Rapper* Ohne Grenzen und Kanzi in Einklang.

Bruno Di Martino ist ein multidisziplinärer Künstler, der als Bildhauer, Maler und Reliefkünstler arbeitet. Seine Werke verbinden starke Symbolik mit einer präzisen, zeitgenössischen Formensprache. Als Musiker spielt er Kora, Hang und verschiedene Percussionsinstrumente. Er ist Mitglied der Band The Legendary Lost Mojados und entwickelt einen eigenen Stil zwischen Tradition und Moderne. 2010 und 2011 komponierte er für das renommierte Poetry Festival in Sheffield und prägte dort durch seine Musik die Verbindung zwischen Klang, Poesie und Performance.

Klara Domröse hat nach ihrem Studium der Sozialen Arbeit in Berlin 2011 eine Ausbildung zur Darstellerin für Clowntheater und Komik am "TUT" Hannover abgeschlossen. Dort lernte sie ihre Spielpartnerin Lilli Boes kennen. Zusammen gründeten sie ihr Clowninnen-Duo "Sti & Stu", mit dem sie von 2013 - 2020 auf Festivals, Varietés und in Kindertheatern in Berlin und Deutschland unterwegs waren. Vier Jahre haben sie zudem unter der künstlerischen Leitung von Gerry Flanagan in der "shiftingsandstheatrecompany" tragisch-komische Stücke von Shakespeare und Gogol gespielt, mit denen sie durch England und Wales tourten. Als Theaterpädagogin hat sie mehrgenerationale Kieztheater-Projekte in Hohenschönhausen, Wedding und Reinickendorf realisiert, in denen es um eine künstlerische und persönliche Begegnung zwischen Menschen unterschiedlichen Alters und Herkunft ging. Derzeit arbeitet sie als Sozialarbeiterin in der Gemeinwesenarbeit.

Fabian Duckwitz studiert Geschichte und Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Über sein FSJ im Kulturbereich kam er erstmals mit dem Schauspiel in Kontakt und bewegt sich seit 2023 in der freien Szene. Zudem ist er seit 2024 als Statist an der Deutschen Oper Berlin tätig. Mit 14 Jahren begann er mit dem Tanzen. Sein Hauptstil ist Breakdance, seit einiger Zeit experimentiert er allerdings auch mit anderen Tanzrichtungen.

Ännie Engelhardt ist in Marburg geborgen. Nach ihrem Kunstgeschichts- und Politikwissenschaftsstudium, arbeitete sie als Yoga-Lehrerin bis sie sich 2021 endgültig dazu entschloss Schauspielerin und Sprecherin zu werden. Im Dezember 2024 absolvierte sie am Michael Tschechow Studio Berlin und ist bereits seit einigen Jahren in der freien Theaterszene in Berlin und Hamburg aktiv.

Nora Sofie Smedbakken Hov stammt ursprünglich aus Norwegen. Im Alter von vier Jahren begann sie in ihrer örtlichen Tanzschule mit dem Ballett und interessierte sich später, als sie älter wurde, für verschiedene Tanzstile. Mit 18 Jahren zog sie nach Stockholm, um an der Ballettakademie Tanz zu studieren, wo sie 2024 ihren Abschluss machte. Während ihrer Ausbildung absolvierte sie ein Praktikum bei der schwedischen Tanzkompanie Norrdans. Sie tanzte unter anderem Stücke von Lee Brummer, Gabriella Engdahl und Anton Lahky. Seit ihrem Abschluss arbeitet sie als Barista in ihrem Lieblingscafé in Stockholm und geht gleichzeitig ihrem Interesse für Bewegung und Improvisation nach. Sie trat in dem Tanzstück „On the Verge” von Julia Ekvold auf, bevor sie nach Berlin zog, um dort die Tanzszene zu erkunden. In Berlin beteiligte sie sich an Projekten mit Karim Karel und Ichi Go, wo sie in Theater-, Bewegungs- und Improvisationsstücken auftrat.

Ichi Go wurde in Japan geboren und zog als Kind nach Sacramento, Kalifornien. Dort begann sie bereits im frühen Kindesalter mit dem Tanzen. Nach ihrer Rückkehr nach Japan behielt sie ihr Interesse an Körperlichkeit und Bewegung bei und studierte ab dem vierten Lebensjahr modernen Tanz bei Tutoren der Fuji Mieko Modern Dance Company. Im Alter von 19 bis 21 Jahren trat sie mit dieser Company auf. Im Jahr 2013 entschied sie sich, nach Berlin zu ziehen. Seitdem hat sie als Tänzerin sowohl in der EU als auch international gearbeitet. Ichi hat u. a. für Sven Holm (NOVOFLOT), Kadir Amigo Memis, Daria Faïn (The Commons Choir) und BMW (Mark Film) gearbeitet. Außerdem hat sie ihr eigenes Kollektiv, ELEKTRO KAGURA, gegründet

Yukihiro Ikutani, geboren 1979 in Japan, zog 2003 nach Berlin. Er studierte Szenografie an der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg, wurde mit seiner Diplomarbeit zum Thema Bibel ausgezeichnet und stellte großformatige Gemälde und Installationen in der Bundeskunsthalle Bonn aus. Er absolvierte sein Studium 2013 als Meisterschüler. Nach dem Abschluss fokussierte er sich auf die bildenden und darstellenden Künste, gründete das Künstlerkollektiv ELEKTRO KAGURA für Performing Arts, die besonders Mythen und Sagen der japanischen und europäischen Kultur thematisieren. Er trat während des Performing Arts Festival Berlin 2018 und 2020 auf. Seit Februar 2020 ist er Mitglied im VBK.

Karim Karel ist in Berlin geboren. Er wuchs im Umfeld vom "theaterhaus berlin" auf und war so von klein auf mit der freien Szene in Kontakt. An der Freien Universität Berlin und an der Universität Wien studierte er dann Philosophie. In den letzten Jahren lernte er, über die Berliner Off Szene hinaus, mit der "Deutschen Oper Berlin", der Freien Szene Brüssels und dem Wiener "Serapions Theater" unterschiedlichste Ansätze für Theater kennen.

Luzie Kork studierte Transdisziplinäre Kunst (TransArts BA, MA) in Wien, zeitweise an der Tokyo University of the Arts in Japan (International Exchange) und an der UdK Berlin (Gastsemester). Sie lebt und arbeitet als bildende Künstlerin in Berlin. Unter Verwendung unterschiedlicher Medien und durch räumliche Setzungen untersucht sie Material und Form in ihren sinnlichen und sinnhaften Erscheinungsformen. - Formale Analogien, Kontrapunkte der Leere.

Fabio Schmidt studiert Philosophie und Literaturwissenschaften an der Freien Universität Berlin. 2022 feierte er sein Theaterdebüt mit Rauschen, dem ersten Stück des theatrum litfaßsäule.

Miquel Vock studiert Philosophie und Informatik. Für verschiedenste Film- und Theaterprojekte hat er interaktive Bildmaterialen und Klangwelten produziert. Dafür nutzt er vor allem Code, um mit einfachen Regeln komplexe Gefüge entstehen zu lassen. Thematisch interessieren ihn weniger die vermeintlich formelle Perfektion des Digitalen, sondern die Anfänge und die grundlegende Struktur menschlicher Technizität, backgrounds als Untergrund und Infrastruktur, und die Eigenständigkeit unserer Werkzeuge, insofern diese immer, in eigener Lebendigkeit, aus unserer Hand gleiten.

Udo Wiegand stammt aus Frankfurt am Main und lebt seit vielen Jahren in Berlin. Nach einer ersten Laufbahn als Informatiker wandte er sich 2004 der Schauspielerei zu und wirkte in zahlreichen freien Theaterprojekten mit. 2009 gründete er das iXeS Studotheater im Kunsthaus Tacheles, das bis zur Räumnung 2012 bestand und internationalen Künstlern eine Bühne bot. Parallel engagierte er sich im Jugendtheaterbüro Berlin, u.a. in der Produktion "B-Movie Berlin - Wer ist hier der Kiezkiller?. Ab 2012 erweiterte er seine Kompetenzen durch Weiterbildungen in kultureller Projektarbeit und Theaterpädagogik, ergänzt durch internationale Praktika. Er realisierte Projekte der kulturellen Bildung, darunter "Zwischen den Zeilen ... Leben" (2014) und "Mars - ein Sternentraum" (2018). Er arbeitet weiterhin in verschiedensten freien Theaterprojekten in Berlin als Schauspieler, Performer mit.

Órla Fiona Wittke studierte Theater und Performance in Berlin und Dublin. Neben Arbeitserfahrungen in administrativen Positionen großer Kulturinstitutionen, wie dem Dublin Theatre Festival und aktuell den Berliner Festspielen, arbeitet sie seit 2023 auch freiberuflich in diversen Positionen, wie Assistenz der künstlerischen Leitung, Produktionsassistenz, Kameraassistenz und Dramaturgie. 2025 gründete sie mit Kiki Drost das Performance-Kollektiv BEAST (@beast_berlin) mit dem es im August 2025 zur ersten selbst produzierten Premiere im Kleinen Wasserspeicher (Prenzlauer Berg) kam. Vor ausverkauften Plätzen präsentierte BEAST zweimal die Debüt-Performance “Baby AI”.

Osamu Arai wurde 1982 in der Maebashi Gunma Präfektur, 100km nördlich von Tokio, geboren. Da in Gunma Seide für Kimonos hergestellt wurde, kam er früh mit der Mode-Industrie in Berührung. In Shirasawa, - einem Dorf, heute eingemeindet in die Stadt Numata - wuchs er in einem Haus von Seidenraupenzüchtern auf.
2006-2007 arbeitete er als Schnittmacher in Sydney bei Akira, bevor er 2011 nach Berlin kam und hier hauptsächlich als Modemacher tätig ist. Vielfältige kulturelle Eindrücke sowie die Verbindung zu Menschen unterschiedlicher Herkunft üben starken Einfluss auf seine Arbeit aus.
Eine lange Lebensdauer und ein gutes Tragefühl im Alltag sind seine Intention. Damit schafft er durch sorgfältige Auswahl von Stoffen und Farben in Verbindung mit komfortablen tragbaren Schnitten in der Mode etwas Zeitloses, doch immer Aktuelles: Lieblingskleidung.