© Andrea Černá


Dauer: 60 Minuten

Tickets: 15,- / 10,- (erm.)

Kartenvorverkauf:

Mittwoch 15.05., um 20:00 Uhr  

Facebook: fb.me/e/6KcYQAK9z

Szene und Regie:
Apolena Vanišová

Dramaturgie:
Matěj Samec

Künstlerische Zusammenarbeit:
Eliška Brtnická, Pavel Havrda, Johana Střížková

Musik, Ton:
Stanislav Abrahám

Lichtdesign:
Pavel Havrda

Kostüme:
Johana Střížková

Fotografie:
Andrea Černá

Spiel:
Hedvika Řezáčová

Mit:
Englischen Untertiteln

copyright:
S. FISCHER Theater & Medien



Theater Meetfactory, Prag

Judith Hermann: 675 kleine Korallenperlen rot wie Wut


Eine Frau fühlt, dass die Zeit sich verlangsamt. Auch wenn es unangenehm ist, gibt es ihr eine Möglichkeit zu verstehen, was sie alles besitzt. Sie erinnert sich daran, wie ihre beste Freundin aussah, als sie vor Jahren sagte: „Verspreche, dass du mit ihm nie was anfängst.“ Wie sie mit fünfzehn in dem Tagebuch ihrer Mutter heimlich blätterte und ihn schnell zuklappte, als ob sie sich daran verbrannt hätte.

Die Vögel schlagen schwer die Flügel. Der Mond ist ölig verschwommen, das Licht im Haus am Ende der Wiese hat die Form eines scharf begrenzten Vierecks. Sie möchte sich selbst einreden, dass die Angst wieder verschwindet, wie fast alles.

In den Kurzgeschichten und Romanen von Judith Hermann wird einiges beschrieben, was wir nicht einmal bemerken müssen, auch wenn dieses eben das ist, was unser Leben ausmacht – die Details der gewöhnlichen Dinge, flüchtige Momente der Treffen anderer Leute, unbeabsichtigte Entscheidungen in konkreten Situationen passiv zu bleiben.

Der Text dieser Inszenierung ist eine Collage aus den Werken von Judith Hermann. Der Titel wurde von der ersten Geschichte der ersten Geschichtensammlung Sommerhaus, später inspiriert.

A woman feels that time is slowing down. While it is unpleasant, it gives her an opportunity to fully understand what she has. She remembers her friend’s impression when she told her many years ago: “Promise me you will never start going out with him.” When she was fifteen, she was browsing through her mother’s diary in secrecy; and when she closed it, it felt as if it burned her.

The birds wave their wings with difficulty. The moon is greasily blurred, a light in a house at the edge of a meadow is shaped like a sharp square.

I would like to tell myself that the fear will be gone again, just like almost everything else.

The short stories and novels by Judith Hermann capture what we may usually not even notice, but our life is shaped by it: the details of ordinary things, the fleeting moments of meeting other people, the moments of unwitting decisions to remain passive in certain situations.

The text of the play represents a collage of her work, and the title references the very first short story from her Summerhouse, later collection.

Judith Hermann: 675 kleine Korallenperlen rot wie Wut – © Andrea Černá Judith Hermann: 675 kleine Korallenperlen rot wie Wut – © Andrea Černá Judith Hermann: 675 kleine Korallenperlen rot wie Wut – © Andrea Černá Judith Hermann: 675 kleine Korallenperlen rot wie Wut – © Andrea Černá

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