© Michael Felsch


Dauer: 50 min

Tickets: 15 € / 10 € (erm.)

Termine:

Freitag 28.05., um 21:00 Uhr

Web: claudiamarks.de

Mit:
Marie Philipp

Regie:
Claudia Marks

Musik:
Frans Willems

Video:
Winfried Goos

Kostüm:
Wicke Naujoks

Erzählerin:
Barbara Cremer

Premiere:
22.10.2020



PAF Performing Arts Festival Berlin

DIE ERMORDUNG EINER BUTTERBLUME

von Alfred Döblin


Als „Miniatur-Meisterwerke des Expressionismus und moderne Märchen“ hat man Döblins frühe Erzählungen bezeichnet. Am berühmtesten wurde seine Erzählung „Die Ermordung einer Butterblume“ (entstanden 1903/05), die bis heute als einer der Schlüsseltexte der Moderne gilt.

Erzählt wird die Geschichte vom Kaufmann Herrn Michael Fischer, der während seines sonntäglichen Spazierganges einer Butterblume den Kopf abschlägt - nicht ohne Folgen.

Foto: Michael Felsch

Foto: Michael Felsch

„Wild schlug das Herz des Kaufmanns. Plump sank jetzt der gelöste Pflanzenkopf und wühlte sich in das Gras. Tiefer, immer tiefer, durch die Grasdecke hindurch, in den Boden hinein. Jetzt fing er an zu sausen, in das Erdinnere, daß keine Hände ihn mehr halten konnten. Und von oben, aus dem Körperstumpf, tropfte es, quoll aus dem Halse weißes Blut, nach in das Loch, erst wenig, wie einem Gelähmten, dem der Speichel aus dem Mundwinkel läuft, dann in dickem Strom, rann schleimig, mit gelbem Schaum auf Herrn Michael zu, der vergeblich zu entfliehen suchte, nach rechts hüpfte, nach links hüpfte...“



Der Multiinstrumentalist Frans Willems, geb. 1977 in Wien, und Claudia Marks sind ein eingespieltes Team. Gemeinsam erarbeiteten sie bereits vier Produktionen. Während seines Filmregiestudiums am Luca Brüssel komponierte Frans Willems seine erste Filmmusik sowohl für seine eigenen Arbeiten als auch für die von einigen Mitstudierenden. Das Schreiben von Theatermusik war hier eine natürliche Fortsetzung. Frans interessiert, wie er einem Theaterstück durch seine Musik weitere narrative Interpretationsebenen hinzufügen kann. Ursprünglich ist er musikalischer Autodidakt, verfolgt aber zurzeit Privatunterricht in Komposition, Orchestrierung und Musiktheorie. Außerdem arbeitet er an seiner ersten Oper. Frans’ Electro Popduo Eloctric hat im März dieses Jahres ihr zweites Album ‘Alpha Reh’ veröffentlicht.

Wicke Naujoks wurde 1979 in Friedberg/Hessen geboren. Von 2002-2017 war sie als Kostümassistentin und Kostümbildnerin festes Mitglied am Berliner Ensemble. Eine jahrelange Zusammenarbeit verbindet sie mit Achim Freyer, Karl-Ernst Herrmann, Robert Wilson und Johannes Schütz. Als Kostümbildnerin arbeitete sie mit Claus Peymann, Manfred Karge, Thomas Langhoff, Martin Wuttke, Werner Schroeter, Thorsten Lensing und Herbert Fritsch. Seit 2017 arbeitet sie regelmäßig mit Karin Beier, Anna Bergmann, Claudia Marks, Catharina May, Peter Atanassow und Sebastian Sommer. Für König Lear macht sie erstmalig Kostüme am Renaissance Theater.

Claudia Marks wurde im April 86 in Paderborn / NRW geboren.

Nach dem Abitur 2005 studierte sie Spanisch, Germanistik und Psychologie in Bonn. Zu der Zeit arbeitete sie bereits als Regieassistentin am Contra Kreis Theater bei Horst Johanning.

2011 beendete sie ihren Magister. Im Anschluss arbeitete sie in München an der Komödie im Bayerischen Hof bei Margit Bönisch und besuchte allabendlich die Münchner Kammerspiele, damals unter der Intendanz von Johan Simons.

Danach war sie als Regieassistentin am Altonaer Theater in Hamburg bei Axel Schneider, ging für einige Produktionen an das Sommertheater in Winterthur / Schweiz unter der Leitung von Hans-Heinrich Rüegg und kam schließlich nach Berlin. Am Berliner Ensemble, unter der Intendanz von Claus Peymann, assistierte sie Robert Wilson, Manfred Karge, Claus Peymann, Leander Haußmann und anderen.

2014 wechselte sie an die Schaubühne und assistierte Thomas Ostermeier für Richard III.

Sie arbeitete des Weiteren mit Michael Thalheimer und betreute zahlreiche Gastspiele.

Heute ist Claudia Marks freischaffende Regisseurin und Mitarbeiterin des Performing Arts Programm Berlin. Zu ihren Inszenierungen gehören: "4.48 Psychose" von Sarah Kane, "Könige" von Maria Maier, "Glückliche Tage" von Samuel Beckett und "Wir sind die Neuen" von Ralf Westhoff.

Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Berlin.

https://www.claudiamarks.de

Marie Philipp wurde in Potsdam geboren. Schon in sehr jungen Jahren nahm sie Schauspiel- und Tanzunterricht. Dem vierjährigen Besuch der Schauspielschule Babelsberg folgten zwei Jahre Musicalschule in Potsdam und zwei Jahre Bühnenkunstschule in Berlin. Später absolvierte sie ihre Schullaufbahn auf dem Filmgymnasium Babelsberg. Seit 2013 wohnt sie in Berlin. Dort absolvierte sie ihre Schauspielausbildung an der staatlich anerkannten Schauspielschule Charlottenburg, die sie 2017 mit der Abschlussinszenierung „Carmen Kittel“, in der sie die Titelrolle spielte, erfolgreich abschloss. Marie Philipp stand bereits für mehrere Filmproduktionen vor der Kamera, beispielsweise im für den Max Ophüls-Preis nominierten Kurzfilm Linnea (2014).

Seit ihrem Abschluss fokussierte sie sich vorwiegend auf das Bühnenschauspiel. So wirkte sie bereits in einigen Theaterproduktionen mit. Neben Claudia Marks Inszenierung von Sarah Kanes „4.48 Psychose“ (2017 Studiotheater Charlottenburg/2018 Amalthea Theater Paderborn) war Marie Philipp 2017/18 als Ensemblemitglied im Theater Morgenstern Berlin engagiert. Es folgten weitere Inszenierungen unter der Regie von Claudia Marks. Hier sah man sie in „Könige“ von Maria Maier, in dem Zwei-Personen-Stück „Glückliche Tage“ von Samuel Beckett, wo sie die tragische Rolle der Winnie verkörperte, sowie 2020 in „Die Ermordung einer Butterblume“ von Alfred Döblin. Seit 2017 ist sie festes Ensemblemitglied am SommerTheater Winterthur. Unter anderem stand sie dort in den Stücken „Der Zinker“ von Edgar Wallace, „Der Regenmacher“ von N. Richard Nash (Regie: Philippe Roussel), „Und das am Hochzeitsmorgen“ von Ray Cooney (Regie: Nadine Schori) oder in „Wir sind die Neuen“ nach dem gleichnamigen Film von Ralf Westhoff (Regie: Claudia Marks) auf der Bühne.

Das Performing Arts Festival Berlin des LAFT Berlin wird gefördert durch das Land Berlin – Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

In Kooperation mit: