Backstage Blog

Freitag, 30. Dezember 2022

Rückschau

2022 vs. 2023

Liebe Freundinnen und Freunde,

liebe Zuschauer*innen des ACUD Theaters,

dieses Jahr voller schlimmer Überraschungen neigt sich unwiderruflich seinem Ende zu. Hoffen wir, dass uns das Neue Jahr Besseres und Versöhnliches bringt..

Trotz aller furchtbaren Ereignisse, die uns in diesem Jahr überrascht und überwältigt haben, gab und gibt es für unser Theater auch Erfreuliches zu berichten: sehr schnell nach dem russischen Überfall auf die Ukraine fanden sich viele mit dem Theater über die Jahre hinweg verbundene Künstler*innen zusammen, um eine Benefizveranstaltung zu organisieren und die dabei gesammelten Spenden befreundeten ukrainischen Künstler*innen zukommen zu lassen.

Das Goethe Institut veranstaltete im Oktober im ACUD sein Eröffnungsfestival von „Goethe-Institut im Exil [Ukraine]“ mit Performances, Konzerten, Lesungen, Diskussionen, Filmvorführungen und Gesprächen, unter anderem mit den Autor*innen Serhij Zhadan und Iryna Tsilyk, dem Theatermacher Vlad Troitskyi und dem Fotografen Igor Gaidai, um einen Einblick in die aktuelle ukrainische Kunstszene zu geben. Vom 13. - 21. Dezember fanden weitere Veranstaltungen dieser Reihe mit ukrainischen Künstler*innen im ACUD Theater statt.

Darüber hinaus ermöglichte ein Fellowship - Programm des Landes Berlin zwei jungen ukrainischen Regisseurinnen ein halbes Jahr in Berlin zu arbeiten, neue Stücke zu entwickeln, fertige Produktionen zu adaptieren und vorzustellen. Sie zeigten beide jeweils eine aktuelle Produktion/ Performance während des 2. Teils der vom Goethe Institut initiierten ukrainischen Wochen im Dezember. Das „Basislager“ für die Stipendiatinnen bildet unser Theater, das mit Probenräumen, Logistik, Technik, Werbung usw. bei der Realisation half und noch hilft.

Weiterhin nahm das ACUD Theater – wie schon in den vergangenen Jahren - am PAF Festival und an den Berliner Märchentagen teil.

Im Rahmen einer umfangreichen, von der Staatsbibliothek initiierten und organisierten Hommage an E.T.A. Hoffmann mit dem Titel „Unheimlich Fantastisch“ anläßlich dessen 200. Todestages zeigten wir die zweisprachige Performance ATLANTIS des bulgarischen Theaterensembles "Metheor" , die Produktion DER GOLDENE TOPF des Theaterensembles "teAtrum 7" und eine Wiederaufnahme unserer Eigenproduktion DAS ÖDE HAUS aus 2021.

Drei neue deutsch - polnische Solostücke wurden von Oktober bis Dezember in der Reihe „Herbstschläge“ vorgestellt.

Vom 14. bis 18. September 2022 fand mit "Le Lampenfieber" die 1. Ausgabe eines neuen Deutsch-Französischen Theaterfestivals im ACUD Theater und in weiteren Räumen des Kunsthauses statt. In dem engagierten Programm mit 12 Aufführungen wurden die Deutschland-Premieren von Produktionen zweier deutscher und vier französischer Gruppen gezeigt.

Ein besonderes „Herzensprojekt“ des ACUD Theaters ist seit jeher die Unterstützung junger Theatermacher*innen. So waren wir glücklich über die wiederholte Zusammenarbeit mit Studierenden der HS für Schauspielkunst „Ernst Busch“, Abteilung Puppenspielkunst, die auch 2022 eine Produktion bei uns zeigten: DIE FARM DER TIERE, saufrei nach George Orwells Märchen mit dem Untertitel „Wie weit darf ich im Kampf für das Gute gehen?“ wurde im Oktober an mehreren Tagen bei uns einem begeisterten Publikum vorgestellt.

Zwei andere außerordentlich innovative und hochprofessionelle Gruppen junger Theatermacher*innen, die tschechischen Figurentheaterkollektive „R405" und „202 teddybears from Madagascar“, bestehend aus Studierenden der Academy of Performing Arts in Prague, zeigten im November innerhalb einer Vorstellung die beiden Stücke LITTLE RIDING HOOD und THE GINGERBREAD HOUSE als spannende Neuinterpretationen der Märchen Rotkäppchen und Hänsel und Gretel.

Und last but not least trieb der Bär, ein guter bis sehr guter Bekannter der Physical Theaterkünstlerin Lena Binski im ACUD Theater schon das zweite Jahr sein Un – Wesen, erforschte nicht nur die Bühne, sondern ebenso sein Publikum.. Die entscheidende Frage war dabei: Wer besitzt den Mut, seinem bohrenden Bärenblick und seiner machtvollen Rückansicht standzuhalten... Die Premiere von WHY NOT THE BEAR?#THECAGE fand (nach einer längeren work in progress Phase, bezeichnet als partizipative Installation und Performance - und nach der Teilnahme am Malá Inventura Festival in Prag) im November 2022 in unserem Theater statt.

Selbstverständlich gab es im ACUD Theater auch außerhalb diverser Reihen und Festivals wie jedes Jahr interessante Veranstaltungen, Produktionen, Diskussionen, Gastspiele aus Osteuropa, Westeuropa und „Übersee“ ...

Beinahe ans Ende sei noch eine erfreuliche Nachricht – besonders für die Mitarbeiter*innen unseres Theaters - gestellt: Die Zuschauerzahlen stiegen in diesem Jahr beträchtlich und erreichten bereits wieder das „Vor-Corona-Level“.

Am – wirklich letzten – Ende möchten wir uns bei unseren Förderern für die großzügige finanzielle Unterstützung und die großartige Beratung in vielen Angelegenheiten bedanken!

Wir hoffen Sie / Euch  auch 2023 bei uns begrüßen zu können und
freuen uns auf Sie / Euch 

REFUGEE CATS – © Konstantin Börner WHY NOT THE BEAR? # THE CAGE – © Otto Richard Mongos – © Anastasia Mantach SVETLANA – © Gabriella Falana Märchenkoffer Memories – © Yvonne Leppin, Alessandra Lola Agostini Little Riding Hood or What goes around, doesn’t come that easy – © collective archive Farm der Tiere, saufrei nach George Orwells Märchen – © Framori Kollektiv Das öde Haus – © Michael Felsch AUTOMINE – © Marketa Bendova Abbau Ost – © Toni Petraschk IJAKADI OKAN – © Öncü Gültekin WHY NOT THE BEAR? #onTheRoad – © Marketa Bendova Des wird do eh nix! – © Pavol Pudnoki Frau mit Automat – © Piotr Nykowski monstrous – © Melissa Derio Neighbours – © kativagloria